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Musik > Kritiken, MeldungenFESTSPIELHAUS / BRUCKNERORCHESTERHaydn auf dem hohen SockelDie Woche ist Haydn-belastet, jährts sich doch am Pfingstsonntag der Todestag zum 200. Mal. Bei der Kulturvereinigung huldigen das Brucknerorchester und der Theaterchor Linz unter Dennis Russel Davies der "Schöpfung".Von Christiane Keckeis27/05/09 Der Zauber der "Schöpfung" liegt in Haydns Fähigkeit, eine vielfältige Welt von Naturerscheinungen mit tonmalerischer Fantasie zum Leben zu erwecken - und in einer universellen Musiksprache gleichermaßen schlichte Menschlichkeit, naive Lebensfreude wie überirdische Erhabenheit auszudrücken. Dennis Russel Davies allerdings legte den Schwerpunkt seiner Interpretation mit breiten, sehr ruhigen Tempi, langen Phrasierungen, undramatischen Bögen und sich schleppender Schwere auf die Ernsthaftigkeit des Werks: Haydn steht auf einem hohen Sockel, von dem schalkhaft hintergründigen Komponisten ist nur wenig zu spüren. Das Brucknerorchester im Großen Festspielhaus musizierte in großer Besetzung routiniert elegant, mit wenig Dialog in den Stimmen, dafür umso prächtiger im Gesamtklang: Das klingt schön und repräsentativ, wenig transparent, ein bisschen langweilig zuweilen. Das Geheimnis und das Staunen sucht der Zuhörer umsonst. Der Theaterchor schlägt sich wacker im doch eher ungewohnten Metier, die ersten wenig homogenen Piano-Einsätze sind schnell vergessen, stattdessen dominieren Präsenz, Engagement und bewegliche Präzision, zuweilen dürfen die Sängerinnen und Sänger auch dynamisch spannende Sequenzen gestalten, aber in der Regel verlangt Russel Davies auch hier mehr Pracht als Farbe. Und das löst der Chor ein. Solide auch das Solistentrio: Kurt Azesberger ist ein wortdeutlicher, sensibler Uriel mit stets elegantem, schlank geführtem Tenor. Anna Maria Pammer bewältigt die Partien des Gabriel und der Eva mit grenzwertig leichtem, sehr beweglichem Sopran und gelegentlichen Problemen in der Höhe. Robert Holzer schließlich überzeugt mit sonorem Bassbariton als Raphael und Adam. Eine Haydn-Huldigung mehr repräsentativ als musikantisch jedenfalls, eine "Schöpfung" mit tierischem Ernst. |
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Design: Karolina Kriechbaum |
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